Die Strategie-Werkstatt

Entscheidungsträger in großen Organisationen, in zivilgesellschaftlichen Netzwerken oder im öffentlichen Bereich befinden sich nach unseren Erfahrungen fast alle in einer strategischen Fallensituation: die Mittel wurden von politischer Seite oder von den Trägerstrukturen soweit heruntergefahren, dass man die Motivation und das Engagement der Belegschaften schon mit der Erledigung der vorhandenen Aufgaben überdehnt hat.

   

Gleichzeitig häufen sich die Veränderungsbedarfe durch Migration und die Inklusions- und Integrationsanforderungen einer selbstbewusster werdenden Bevölkerung sowie den zunehmend erkennbar werdenden Versäumnissen der vergangenen Dekaden.

   

Was liegt in dieser Situation näher, als die Augen zu verschließen und den Rasenmäher anzusetzen, um die Legislaturperiode zu überstehen? Gleichzeitig kann der wache Geist nicht umhin, immer wieder zur Kenntnis zu nehmen, dass das "eigentlich" nicht geht.

   

Nach unserer Einschätzung ist dies die Stunde der Strategen. Obere Führungskreise der Organisation, die "den Schuss gehört haben", kommen nicht mehr umhin, ein gemeinsames Bild von der Zukunft ihrer Organisation zu entwerfen und dezidiert Verantwortung für eine radikale Transformation zu übernehmen. Sie müssen sich die Frage stellen, was sich verändern muss, damit sich was ändert. Was nicht so einfach getan ist, wie gesagt, weil auch die Führungsmannschaft durch die Mikropolitik jahrelanger Abwehrkämpfe zermürbt ist und die für eine strategische Neuausrichtung notwendige Bereitschaft zur schonungslosen Transparenz nicht oder nicht mehr vorhanden ist.

   

Hier kann systemische Beratung, wie wir sie verstehen, ins Spiel kommen. Nicht, weil systemische Beratung besser wüsste, was zu tun ist. Sondern weil sie den Rahmen schaffen und halten kann, in dem die sachlichen Herausforderungen der Welt mit den sozialen Bedingungen der Organisation in Verbindung gebracht werden.

   

In diesem Rahmen treffen bspw. demografische Veränderungen, Digitalisierung, Kostendruck und Globalisierung auf eine verhärtete Mikropolitik, ein unklares Führungskonzept oder eine "gepflegte Jammerkultur" - und müssen in einen von allen getragenen Veränderungsweg kanalisiert werden. Basis und Startschuss dafür ist nach unserer Erfahrung die "Strategie-Werkstatt der Strategen" - des verantwortlichen Führungskreises, bzw. der Schlüsselpersonen, die formal gesicherte Entscheidungen treffen können. 

   

 

Wenn sich dieser Kreis - und nur dieser Kreis - in einer extern moderierten und beratenen Strategie-Werkstatt zusammenfindet, ganz nüchtern mit dem Blick nach außen Trends, Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung ansieht und sich dann schonungslos über Stärken und Schwächen der eigenen Organisation verständigt, dann kann das Bild einer strategischen Erfolgsposition entstehen, die für eine Entwicklung jenseits des Rasenmähers tragend ist.

   

Und natürlich kann der Workshop nur mit einer Architektur für einen Transformationsweg der ganzen Organisation enden, der sehr klar die Zumutungen in den Blick nimmt, für deren Umsetzung sich der Führungskreis geschlossen beobachten lassen will.

  

Weil wir wissen, dass man sich für diesen Workshop befangen in der Ambivalenz von Notwendigkeit und Sparsamkeit auch auf oberster Ebene eigentlich nicht entscheiden kann, kommen wir dem Entscheidungsträger in der Preisgestaltung weit entgegen, sofern es ihm gelingt, alle formal wichtigen Entscheidungsträger seiner Organisation für einen oder zwei Tage für strategische Fragen zu interessieren und frei zu kriegen.

 

 

Zum Weiterlesen:

Volker Bauer & Udo Kronshage (2006). Vom Staat zum Markt - Transformation als Führungsaufgabe. In: v. Becker, Lutz / Ehrhardt, Johannes / Gora, Walter (Hrsg.), Führungskonzepte und Führungskompetenz. Düsseldorf: Symposion Verlag

Georg Preller, Volker Bauer (2014). Handreichung Strategieprozess: Wie gestalte ich den Strategieprozess in meiner Gliederung. Deutsches Rotes Kreuz e.V.

Volker Bauer (2014). Strategische Erneuerung in einer großen deutschen NGO. In: Wimmer, R., Glatzel, K. & Lieckweg, T. (Hrsg.), Beratung im dritten Modus. Heidelberg: Carl Auer  

Volker Bauer (2014). Führung im Wandel. Taugt ein systemisches Führungsverständnis für die Polizei. In: Barthel, C., Heidemann D. (Hrsg.), Führung professionalisieren - Perspektiven des Kooperativen Führungssystems in der Polizei. Frankfurt am Main: Verlag für Polizeiwissenschaft