Ist Buurtzorg die Antwort? – Eine neue Organisation der ambulanten Pflege auch in Deutschland?

Einladung zu einem Werkstattgespräch in Hannover im Juni 2018

 

In den Niederlanden macht ein neues Modell für die Organisation der ambulanten Pflege von sich reden. „Ich habe meinen Beruf wiederbekommen!“ sagen MitarbeiterInnen von Buurtzorg. In Deutschland hingegen wandern viele MitarbeiterInnen lieber „zu Lidl an die Kasse“ ab, weil dort weniger Stress und Kälte herrschen. Bei Buurtzorg arbeiten Mitarbeiter hoch motiviert und selbstorganisiert, sie stützen sich auf moderne Informationstechnologie und organisieren sich selbst im Team ohne Leitung. Mittlerweile ist Buurtzorg zur führenden Organisation im holländischen Pflegebereich geworden.
Könnte das ein Modell für Deutschland mit seiner anderen Geschichte, seinen anderen Finanzierungs- und Organisationsbedingungen und seinem anderen Grundverständnis von „Nachbarschaft“ sein?*
Wir möchten uns mit Experten und Vertretern von Krankenkassen, Wohlfahrtsverbänden und Pflegedienstorganisationen zusammensetzen und gemeinsam über drei wesentliche Fragen nachdenken:

  1. Wie sieht das Buurtzorg-Modell konkret aus, welche Probleme löst es (und welche nicht), auf welchen Steuerungsprinzipien fußt es und warum macht es MitarbeiterInnen und „Kunden“ so viel zufriedener?
  2. Welche Bedingungen, Haltungen und gesetzlichen Gegebenheiten müssen wir ändern, damit mehr Buurtzorg in Deutschland möglich ist?
  3. Wie lässt sich das Neue im Alten entwickeln, oder „geht“ Buurtzorg nur in innovativen Pflegediensten?

Udo Janning, Projektleiter des ersten Buurtzorg-Pilotprojektes in Deutschland (Sander Pflege GmbH und Impulse Pflegedienst GmbH &Ko KG Emsdetten), und Uta Kirchner, Gründerin von care4me – ein ambulanter Dienst für selbstbestimmte Menschen, Berlin, werden über ihre Erfahrungen berichten.
Nun laden wir Sie herzlich ein, am

13.06.2018 von 15:00 Uhr – 19.00 Uhr in die Hohenzollernstraße 7, 30161 Hannover

zu vier spannenden Stunden und drei wichtigen Diskursen um die Zukunft der Kooperation in der Pflege in Deutschland.


Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist:
ulrike.guenther@netzwerkx.de, mobil: 0151 - 403 734 59
Ihre Investition: € 100. Für Snacks und Getränke ist gesorgt.

 

* Vorausberechnungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg zufolge wird der Bedarf an Pflegekräften im ambulanten Pflegesektor bis 2030 um 52 Prozent auf rund 38.000, bis 2050 sogar um 111 Prozent auf rund 53.000 Beschäftigte ansteigen.
Aus diesem starken Trend heraus entwickeln sich gegenwärtig Verwerfungen, die in absehbarer Zeit die Versorgungsstruktur der ambulanten Pflege in Deutschland gefährden. (Caritas)